Freie Unterkünfte



Alter der Kinder

 
 
 
 
 
 

Der Stuben-Blog

Im Gespräch mit Rudi Mathies: Ein Pionier des alpinen Skisports

26.01.2017 – verfasst von Peter Vogler

Wer den 84-jährigen Rudi Mathies trifft, merkt schnell, dass er einem absoluten Urgestein des alpinen Skitourismus gegenüber sitzt. Dabei wollte der seit Jahrzehnten in Stuben wohnhafte »Rudi« als junger Mann zunächst in die Landwirtschaft einsteigen. Doch es kam anders, und heute blickt der langjährige 1a-Skilehrer von Zürs auf ein reichhaltiges Leben mit viel Erfahrungen und einzigartigen Begegnungen zurück.

 

Herr Mathies, Sie gelten als Pionier des alpinen Skilaufs. Wie kam es dazu?
Meine Vorfahren galten bereits als die ersten Pioniere in Zürs. Der Großonkel war zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts Skilehrer in Vorarlberg. In diese Fußstapfen trat dann auch mein Vater in Zürs. Ich selbst bin ihm mit 16 Jahren nachgefolgt.

Dennoch wollten Sie zunächst Landwirt werden. Was hat Sie daran fasziniert?
Ich habe schon mit zehn Jahren Pferdeschlitten von Langen bis Lech geführt. Das war bei viel Schneefall oft beschwerlich, aber eine spannende Zeit. Darüber hinaus war ich auch als Kleinhirt tätig. Stuben verfügte mit 50 Kühen und drei, vier Rössern über eine richtige Landwirtschaft.

Wie kam es dann zu Ihrer Karriere als einer der besten Skilehrer am Arlberg?
Ende der 40er wurde ich mit Kinder-Skikursen betraut und quasi ins »kalte Wasser« geworfen. 1951/52 absolvierte ich die Skilehrer- und Bergführer-Prüfungen und war ab dann jede Saison an der Skischule Zürs. Von 62 bis 75 führte ich die dortige 1a. Danach habe ich mir die »Schüler« ausgesucht.

Erinnern Sie sich an ganz besondere Begegnungen in dieser Zeit?
Sehr viele, denn immerhin war ich 64 Saisonen als Skilehrer in Zürs aktiv. In der 1a fuhr ich etwa mit Jochen Rindt, hin und wieder war auch ein Mitglied des europäischen Hochadels dabei. Eine der ersten Privatgäste war Baron Jenisch im Jahr 54, mit dessen Enkeln ich heute fahre. Sie haben eine Mords-Gaudi, wenn sie erfahren, dass »der Rudi bereits mit Oma und Opa auf der Piste war«.

Wie bewerten Sie die Entwicklung von Stuben als Tourismusort?
Seit dem Bau der Albonabahn in den 50ern geht es in Stuben steil aufwärts. Früher gab es hier ja nur Bauern. Die touristische Entwicklung – auch im Sommer – ist weiterhin äußerst positiv. Der gebürtige Stubener Hannes Schneider hatte in dem Zusammenhang sicher einen großen Anteil, weil er die Arlberg Technik hierher brachte und schließlich international bekannt gemacht hat.


zurück