Kunst: Eisenmann
Eisenmann aus der Installation Horizon Field
Nach fünf Jahren Vorbereitungszeit wurde am 1. August 2010 die Land-Art-Installation Horizon Field des britischen Künstlers Antony Gormley in der Arlbergregion eröffnet. Auf einer Linie von genau 2.039 m über dem Meer wurden 100 Eisenmänner auf einer Fläche von 150 Quadratkilometern über das Klostertal, den Arlberg und den Bregenzerwald in den Gemeinden Mellau, Schoppernau, Schröcken, Warth, Mittelberg, Lech, Klösterle und Dalaas positioniert. In ihrer Dimension war und ist dies bis dato die größte künstlerische landschaftliche Intervention in Österreich. Die Vorbereitung und Organisation des Projekts übernahm ein Team des Kunsthaus Bregenz – dazu gehörten auch Vereinbarungen mit 34 Grundbesitzern und 12 Agrargemeinschaften. Die Aufstellung der Figuren bewerkstelligte das Österreichische Bundesheer, dessen Hauptaufgaben Aushubarbeiten und das Betonieren der Fundamente für die Kunstwerke war. 52 Eisenmänner wurden per Hubschrauber in das Hochgebirge gebracht. Bei den 100 Figuren aus rostbraunem Gusseisen mit je 640 kg und 1,89 m handelt es sich um unbekleidete Abgüsse des Künstlers.
Das anfangs umstrittene Projekt fand zunehmende Begeisterung bei Gästen und Einheimischen und erzielte große internationale Ausstrahlung. Dennoch wurde das Projekt mit 1. April 2012 beendet, da es von Beginn an für zwei Jahre befristet angelegt war. Seit 2012 setzt sich der der privat gegründete Kunstverein Horizon Field für die Rückkehr der Eisenmänner ein. Der Verein konnte in seinem Gründerjahr bewirken, dass eine Figur am Standort Nr. 3 oberhalb der Kriegeralpe in Lech stehen blieb. Die restlichen 99 Figuren wurde in einem Depot in London eingelagert. Im Jahr 2023 startete der Kunstverein erneut die Initiative zur Wiederaufnahme des Projektes Horizon Field in der Vorarlberger Hochgebirgslandschaft. Alle historischen Aufstellungsorte sollen mit langfristigen Leiverträgen sichergestellt werden, um die einzigartige Landschaftsinstallation von Antony Gormley zu einer dauerhaften Ergänzung der Kunst- und Kulturlandschaft des Landes machen.
Antony Gormley (*1950 in London). Bildhauer, öffentliche Kunstinstallationen. Untersucht im Besonderen die Beziehung des menschlichen Körpers zur Natur und zum Kosmos. 1974-1977 Kunststudium am Central Saint Martins College of Art and Design und am Goldsmiths, University of London. 1977-1979 Graduierungslehrgang an der Slade School of Art des University College London. Lebt und arbeitet in London.
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